Inhalt: WAS ICH HÖRE (NOVEMBER 2010)

Manu Katché - Playground

Manu Katché - Playground

Seit Anfang des Jahrtausend räumt Emmanuel „Manu“ Katché seiner eigenen Karriere mehr Zeit ein. So konnte er mit dem in New York eingespielten Playground endlich sein drittes, extrem elegantes Solo-Album fertig stellen.

Auffällig aber ist der 1958 in Frankreich geborene Sohn von Einwanderern aus Elfenbeinküsten schon lange vorher gewordenen. Der angesehene Drummer tauchte auf Alben von Peter Gabriel, Sting, Joni Mitchell, Dire Straits, Manu Dibango, Tears For Fears oder Tori Amos auf. Abseits von Rock & Pop aber pflegt der weiterhin stark gefragten Studiomusiker seine Liebe zum Jazz, die ihn auch mehrfach und immer wieder mit Jan Garbarek zusammen brachte.

Katchés von ECM-Gründer Manfred Eicher produziertes Werk Playground ist bei dessen renommierten Plattenfirma erschienenen und passt sich der zum Markenzeichen gewordenen Klangästhetik des in München ansässigen Labels wunderbar an. Zusammen mit dem norwegischen Trompeter Mathias Eick, Saxophonisten Trygve Seim (der Garbarek ablöste) wie den schon auf dem Vorgänger Neighbourhood anwesenden Polen Marcin Wasilewski und Slavomir Kurkiewicz hält sich Manu Katché fern von wilden Experimenten.

Obwohl das Quintett sich Räume für Improvisationen lässt, kehrt es nach den moderaten Ausflügen immer wieder zurück zu atmosphärischem, sehr entspannten und abgeklärten Jazz. Da wünscht man sich manchmal, das die Band die gepflegten Wellness-Oasen verlässt, aus sich herauskommt und frei spielt. Das gelingt einige Male wie in dem von höherer Schlagzahl dominierten „So Groovy“ wie auch „Clubbing“. Ansonsten bewegen sich die subtil arrangierten Stücke auf bekanntem wie eingängigem Jazz-Terrain.

Text: Sven Niechziol

Link: http://www.manu-katche.com

TRACKLISTING:

01 Lo
02 Pieces Of Emotion
03 Song For Her
04 So Groovy
05 Morning Joy
06 Motion
07 Project 58
08 Snapshot
09 Possible Thought
10 Inside Game
11 Clubbing
12 Song For Her

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