Bossa Nova: Bos|sa no|va, der; - -, - -s [port. (bras.) bossa nova, eigtl. = neue Welle]: Tanz aus Südamerika.Quelle: Duden
Vom Barsound zum Massenphänomen. Als Ende der 1950er in Brasilien aus der Fusion von Samba und Cool Jazz der Bossa Nova entstand, hätte wohl kaum einer geglaubt, dass diese Musik Ihren Siegeszug um die Welt antreten würde. Der groovende Sound, dessen Markenzeichen neben dem wispernden Gesang eine virtuose akustische Gitarre und der zurückhaltende Clave-Beat ist sorgt bis heute für exzellente Unterhaltung.
Ursprünglich ist "Bossa Nova" der Name einer Bewegung, die in den späten 1950er Jahren in Brasilien entstand und dort ihren Höhepunkt bis Ende der 1960er Jahre hatte. Junge Musiker und Künstler aus der gebildeten Mittelschicht experimentierten mit neuen Formen und Ausdrucksweisen in Musik und Film.
Als erster Bossa Nova Song gilt Chega de Saudade, komponiert von Antonio Carlos Jobim (Musik) und Vinicius de Moraes (Text), gesungen von Joao Gilberto. In Brasilien löste die Single eine Revolution aus. "Es stellte sich heraus, dass keine andere brasilianische Platte so viele Menschen dazu inspirierte, zu singen, zu komponieren oder ein Instrument - genau gesagt: Gitarre - spielen zu wollen", schreibt der Journalist Ruy Castro in seinem Standardwerk zum Bossa Nova. Das erschien in Brasilien unter dem Titel "Chega de Saudade" (zu deutsch: Nie wieder Sehnsucht).
Zum weltweiten Durchbruch kam es mit dem Soundtrack der Verfilmung "Orfeu Negro" von Marcel Camus. Die Folge war, dass auch nordamerikanische Jazzgrößen wie Stan Getz und Charlie Byrd auf diese Musik aufmerksam wurden und von einer Sehnsucht nach dem coolen Sound aus Brasilien gepackt wurden.
Der Tenorsaxophonist Stan Getz sorgte dann letztlich auch für den Durchbruch des Bossa Nova in den USA. Er lud Jobim und Gilberto nach New York ein und nahm mit Ihnen in den legendären Studios des Jazzlabels Verve ein Album auf. Dabei wurde auch "The Girl from Ipanema" eingespielt - in Englisch gesungen und interpretiert von Gilbertos Frau Astrud Gilberto. Der Hit wurde zu Brasiliens bekanntestem Song und gilt heute als meistgespieltes Stück nach "Yesterday" von den Beatles weltweit.
Insbesondere Kompositionen des Brasilianers A. C. Jobim wurden bei Getz, zusammen mit der Sängerin A. Gilberto, zu Millionenerfolgen und gelten heute als zeitlose Jazzstandards.
Das der Bossa Nova auch 50 Jahre nach seiner Entstehung aktueller denn je ist, zeigen Künstler wie Stacey Kent, Till Brönner, Diana Krall, Bebel Gilberto, Nicola Conte oder der Altmeister Sergio Mendes, der jüngst mit Timeless ein fulminantes Comeback feierte.
Stan Getz & Charlie Byrd - Jazz Samba
Stan Getz - Getz plays Jobim The Girl from Ipanema
Stan Getz - Getz/Gilberto
Sergio Mendes - Easy Loungin' Collection
Joao Gilberto - Chega de Saudade
Antonio Carlos Jobim - Wave